Warum ist Sport treiben im Wasser gesund?

Bei der Frage, warum Sport Treiben im Wasser gesund ist, liegt eine Antwort bei den Besonderheiten des Wassers.

Das Element Wasser und seine Besonderheiten

Wasser ist das ideale Element für Bewegung, Entspannung und Regeneration. Eine Vielzahl von Wirkungen wird dem Wasser zugeschrieben.

Die spezifischen Wirkungen des Wassers haben Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System sowie auf das Muskel- und Skelett-System. Zusätzlich zur speziellen Wirkung hat das Wasser auch noch einige besondere Eigenschaften, die das Bewegen und Trainieren beeinflussen.

Die folgenden physikalischen Besonderheiten sollten Sie kennen, um das Training so optimal wie möglich gestalten zu können.

Relative Gewichtsentlastung – Die Physik

Aufgrund physikalischer Gesetzmäßigkeiten verliert der Körper im Wasser relativ gesehen so viel an Gewicht, wie die von ihm verdrängte Flüssigkeitsmenge wiegt. Wie schwer sich der eigene Körper im Wasser anfühlt, dafür spielen u.a. auch Körperbau und Verteilung von aktiver und passiver Muskelmasse, also Muskulatur und Fettanteil sowie die Fettverteilung eine Rolle. Frauen sind dabei gegenüber Männern leicht im Vorteil. Aber es ist für Männer und Frauen gleichermaßen deutlich zu spüren, dass der Wasserwiderstand Muskelarbeit fordert und der Auftrieb den eigenen Körper leicht macht.

Die positiven Wirkungen auf das Stütz- und Bewegungssystem

Übergewichtige oder Menschen mit degenerativen Gelenkerkrankungen können im Wasser Bewegungen ausführen, die an Land unter der gesamten Last des Körpergewichts nur eingeschränkt möglich wären.

Wasserdruck – Die Physik

Durch den hydrostatischen Druck, der von Körperposition und Wassertiefe abhängig ist, ergibt sich eine Blutverschiebung (bis 700 ml) je nach Körperlage und Eintauchtiefe in Richtung Körperkern. Es entsteht ein vergrößertes Blutangebot am Herzen (bis 120 ml), das im Mittel zu einer Herzvolumenvergrößerung und der Reduzierung der Vitalkapazität führt. Das Herz reagiert mit einem erhöhten Schlagvolumen, gleichzeitig fällt der periphere Gefäßwiderstand ab.

Die positiven Wirkungen auf das Herz-Kreislauf-System

Interessant ist dabei die Frage, wie Schwimmen und Aquafitness organisiert werden müssen, dass Menschen mit hohem Blutdruck das Wasser zielgerichtet als Bewegungsraum nutzen können, um Medikamente zu reduzieren bzw. den Bluthochdruck zu normalisieren. Und damit man sagen kann, Sport Treiben im Wasser ist gesund. Die Antwort liegt in einer klugen Trainingssteuerung. Das Training sollte gezielt Pulswerte im submaximalen Bereich fordern. Eine Faustformel, die auch für das Training im Wasser gilt, lautet, 180 – Lebensalter +/- 10 Schläge. Diese Formel können alle gesunden Sportler*innen, die ohne Medikamente, vor allem ohne Herz-Kreislauf Medikamente üben, anwenden. Wichtig ist, dass der Puls über die Dauer von mehr als 30 Minuten im gesamten Training erreicht wird.

Eine gute Nachricht für alle, die gern im Wasser sind, aber nur eine Schwimmart, meist das Brustschwimmen gut beherrschen. Oftmals kommt der Puls mit dem Brustschwimmen nicht in die geforderten Bereiche. Oder bei anderen Schwimmarten reicht die Technik nicht aus, lang genug im geforderten Belastungsbereich zu üben.

Aber in Kombination Schwimmen und Aquafitnessübungen können Trainingsreize gesetzt werden. Der Blutdruck wird dadurch positiv beeinflusst.

Kältereiz

Wasser ist ein guter Wärmeleiter. Im Wasser kühlt der Körper schneller ab als an Land. Beeinflussende Faktoren für die Temperaturregulation sind die Fettschichtendicke, das Verhältnis zwischen Körperoberfläche und Körpermasse. Darüber hinaus zählen auch der Energieumsatz während der sportlichen Betätigung sowie die Zeitdauer des Aufenthalts im Wasser dazu.

Der Stoffwechsel ist also durch den Aufenthalt im Wasser gefordert, die Körpertemperatur zu halten. Allerdings ist für den Kalorienverbrauch am Ende des Trainings die sportliche Belastung entscheidender als die Stoffwechselaktivität, die für den Temperaturausgleich sorgt.

Gesundheitliche Aspekte des Übens im Wasser

Im Wasser bestehen also gute Möglichkeiten den Kreislauf zu trainieren und gleichzeitig das Stütz- und Bewegungssystem zu entlasten. Die o.g. Erkenntnisse zum Training im Wasser lassen sich vielfach belegen und sind in Fachbüchern breit diskutiert.

Die wichtigsten lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  1. Der Organismus ist lebenslang trainierbar. Speziell im Wasser bis ins ganz hohe Alter.
  2. Aufgrund physikalischer Eigenschaften des Wassers entstehen beim Aufenthalt und der sportlichen Betätigung im Wasser physiologische Wirkungen, die insbesondere für das Training von Herz-Kreislauffunktionen bei minimierter Belastung des Stütz- und Bewegungssystems positiv wirken.

Ausgewählte Krankheitsrisiken können vermindert werden (HOHMANN, 1998).

Stark nachweisbar sind:

  • Verminderung des Risikos für Koronare- Herz-Krankheiten (KHK) bei gleichzeitiger Verbesserung der Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems
  • Schonung der Gelenke
  • Verbesserung der Atmungsfunktionen
  • Eignung bei Asthma
  • Verminderung altersbedingter Leistungseinbußen

Schwächer nachweisbar sind:

  • Kräftigung der Muskulatur
  • Mobilisation der Wirbelsäule
  • Verminderung des Körpergewichts bei Adipositas
  • Stärkung des Immunsystems

Für die Bewegung im Wasser ist das Freibad genauso geeignet wie das Hallenbad. Trainingseinheiten an einem See oder Meer bilden sogar ein ganz besonderes Erlebnis. Bewegung im Wasser ist somit das ganze Jahr über praktikabel.

Warum ist Sport Treiben im Wasser gesund

Gesunde Lebensweise heißt auch regelmäßig Sport treiben.

Mit dem regelmäßigen Gang ins Schwimmbad ist der erste Schritt zu einer gesünderen Lebensführung geschafft. Die Verantwortung für die Gesundheit in die eigene Hand nehmen unterscheidet Fitness- und Gesundheitssportler*innen von Stubenhockern und Stubenhockerinnen.

Sie wissen, warum Sport Treiben im Wasser gesund ist.

Dazu kann man gratulieren und die virtuelle Sieger- Medaille vergeben.

Damit sich Wohlbefinden und Gesundheit aber langfristig positiv entwickeln, muss natürlich auch außerhalb des Schwimmbads auf die Umsetzung einer gesunden Lebensweise geachtet werden.

Dazu zählen neben Bewegung auch

  • Ernährung,
  • Stressreduktion,
  • Entspannung und
  • eine psychische Balance.

Ein gesunder Lebensstil kann entscheidend dazu beitragen, dass Leistungsfähigkeit und Selbstständigkeit oder einfach fit bleiben bis ins hohe Alter gelingt.

Der körperlich und geistig aktive Mensch sollte sich ein Trainingsprogramm auswählen, dass er präventiv einsetzen kann und das über viele Jahre praktizierbar ist. Das bedeutet, die Anforderungen an die Technik der Sportart sollten gering sein oder schon in einem zumindest mittleren Fertigkeitsstand beherrscht werden.

Neues zu lernen ist toll. Erlerntes und Gekonntes anzuwenden ist nachhaltig.

Sport treiben sollte einen festen Platz im Alltag bekommen – mehr denn je!

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